15. Mai 2019

Der Mitt­wochs-Fall

Herz­li­chen Dank für die zahl­rei­chen, begeis­tern­den Rück­mel­dun­gen, die wir, Tina Dangl und ich, zu unse­rem „Aus­tritts-Mitt­wochs­fall“ (MWF) erhal­ten haben.

Was wol­len wir, Tina Dangl und Ernst Pat­ka, mit dem Mitt­wochs-Fall errei­chen?

  • Wir wol­len Fäl­le bzw Fra­gen aus der Pra­xis für Sie so auf­be­rei­ten, dass Sie in unter­halt­sa­mer und spie­le­ri­scher Form ‒ wie bei der TV-Rich­te­rin Salesch bzw beim TV-Rich­ter Hold ‒ mehr Sicher­heit beim Lösen von Pra­xis­fäl­len.
  • Wir schu­len in Unter­neh­men Busi­ness-Part­ner (ua in den Grund­la­gen des Arbeits­rechts, in zahl­rei­chen Spe­zi­al­the­men wie Alters­teil­zeit, End­ab­rech­nun­gen etc [The­men­lis­te]) nach der U.N.I.-Methode (Unter­halt­sam, Nach­hal­tig, Infor­ma­tiv) und wis­sen, wie wich­tig eine pra­xis­ge­rech­te Aus- und Wei­ter­bil­dung ist, um teu­re Fehl­ent­schei­dun­gen bzw teu­res Fehl­ver­hal­ten zu ver­mei­den.
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    Der Mitt­wochs-Fall unter­stützt Sie bei der Aus- und Fort­bil­dung noch wenig erfah­re­ne Busi­ness-Part­ner bzw Gehalts­ver­rech­ner durch unter­halt­sa­me und spie­le­ri­sche Fall­bei­spie­le.
Bei die­sem MWF sol­len Sie beur­tei­len, wel­che lohn­steu­er­li­che Abrech­nung von „nor­ma­len“ Son­der­zah­lun­gen kor­rekt ist.
Ach­tung: Bei der Lösung die­ses MWF fiel uns das berühm­te Zitat von Andre­as Khol (ÖVP-Poli­ti­ker) ein: „Die Wahr­heit ist eine Toch­ter der Zeit“ – War­um nur fiel uns die­ses Zitat ein?

Sach­ver­halt

Ein Übungs­bei­spiel in der PV-Aka­de­mie zur lohn­steu­er­li­chen Abrech­nung von „nor­ma­len“ Son­der­zah­lun­gen ent­hielt die fol­gen­den Anga­ben:

Das vor­ge­leg­te, fik­ti­ve Jah­res­lohn­kon­to wies die fol­gen­den Lohn­ar­ten auf:

  • Gehalt: EUR 5.000,00 (aus­be­zahlt und abge­rech­net in den Mona­ten Jän­ner bis Dezem­ber)
  • Pkw-Sach­be­zug: EUR 500,00 (aus­be­zahlt und abge­rech­net in den Mona­ten Jän­ner bis Dezem­ber)
  • Akon­to Erfolgs­prä­mie lau­fen­des Jahr1): EUR 5.600,00 (aus­be­zahlt und abge­rech­net in den Mona­ten Jän­ner bis Juni)
  • Erfolgs­prä­mie (Vor­jahr; lau­fen­der Bezug)2): EUR 7.000,00 (aus­be­zahlt und abge­rech­net in den Mona­ten Jän­ner bis Juni)
  • Bilanz­geld (Vor­jahr, Son­der­zah­lung): EUR 20.000,00 (aus­be­zahlt und abge­rech­net im Monat April)
  • Urlaubs­zu­schuss: EUR 5.000,00 (aus­be­zahlt und abge­rech­net im Monat Mai)
  • Weih­nachts­re­mu­ne­ra­ti­on: EUR 5.000,00 (aus­be­zahlt und abge­rech­net im Monat Novem­ber)
  • Jubi­lä­ums­geld (Dienst­neh­mer­ju­bi­lä­um =>Wert laut Kol­lek­tiv­ver­trag: 2 Monats­ge­häl­ter): EUR 10.000,00 (aus­be­zahlt und abge­rech­net im Monat April)

1) 80 % der Erfolgs­prä­mie des Vor­jah­res (= EUR 33.600,00 [= EUR 42.000,00 x 80 %]) wer­den im 1. Kalen­der­halb­jahr als Akon­to für die Erfolgs­prä­mie des aktu­el­len Kalen­der­jah­res aus­be­zahlt (EUR 33.600,00 : 6 = EUR 5.600,00 pro Monat von Jän­ner bis Juni)

2) Die Erfolgs­prä­mie des Vor­jah­res (= EUR 42.000,00) wird in 6 gleich­blei­ben­den Monats­be­trä­gen in den Mona­ten Jän­ner bis Juni als lau­fen­der Bezug aus­be­zahlt

Fra­ge

Ins­ge­samt wur­den EUR 40.000,00 an Son­der­zah­lun­gen aus­be­zahlt (= EUR 5.000,00 [Urlaubs­zu­schuss] + EUR 10.000,00 [Jubi­lä­ums­geld] + EUR 20.000,00 [Bilanz­geld Vor­jahr; Son­der­zah­lung] + EUR 5.000,00 [Weih­nachts­re­mu­ne­ra­ti­on]).

Wel­che der fol­gen­den
4  Lösungs­va­ri­an­ten
ist hin­sicht­lich der lohn­steu­er­li­chen Abrech­nung der Son­der­zah­lun­gen kor­rekt?

  • Lösung a
  • Lösung B
  • Lösung C
  • Lösung D

Kei­ne der obi­gen Lösun­gen ist rich­tig




  • Nächs­ten Mitt­woch ver­öf­fent­li­chen wir die Lösung des Fal­les.

Ken­nen Sie schon unse­re ande­ren Mitt­wochs­fäl­le?

5comments
Walter Waldner - 15. Mai 2019

Guten Tag,

bei dem dies­wö­chi­gen Mitt­wochs­fall wür­de ich mich für die Ant­wort D) ent­schei­den, da sich der %-Satz bei der Abrech­nung von Son­der­zah­lun­gen erhöht (ab 25.000,– bis 50.000,- ‑an SZ erhöht sich der %-Satz von 6 % auf 27 %). Bis zur Mai-Abrech­nung befin­den sich die Son­der­zah­lun­gen inner­halb des Jahres­sechs­tels.

mfg

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    Monika J. - 16. Mai 2019

    ich schließ mich Herrn Wald­ner an : Ant­wort D

    Begrün­dung: wegen § 67 (1) — wie nann­te man das doch gleich? ‑Soli­da­ri­täts­zu­schlag? nach Abzug SV kommt man dann ver­mut­lich beim Urlaubs­geld im Mai schon teil­wei­se in den Anwen­dungs­be­reich der 27%

    Ant­wort zur ein­lei­ten­den Fra­ge, wie Sie auf das Zitat kom­men .…. ich neh­me an, weil ver­mut­lich ab 2020 Ant­wort B gar nicht so falsch sein wird ( 620 darf man frei las­sen, also wäre nicht das gan­ze 6tel mit 6% )

    lg Moni­ka

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Gloria Winkler - 15. Mai 2019

Ich schlie­ße mich an und neh­me D.

Von den Son­der­zah­lun­gen — Aus­zah­lung APRIL € 30.000,00
sind € 24.380,00 mit 6%
€ 5.620,00 mit 27% zu ver­steu­ern.

UZ im Mai € 5.000,00
€ 1.200,00 mit 27%
€ 3.800,00 zum Tarif (Über­hang zum J/6)

WR im Novem­ber € 5.000,00
zur Gän­ze zum Tarif.

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Ernst Patka - 18. Mai 2019

Hal­lo, Frau Moni­ka J, Frau Glo­ria Wink­ler und Herr Wal­ter Wald­ner,

mei­ne Ziel­set­zung bei die­sem Mitt­wochs­fall ist, die Fra­ge zu klä­ren, wann die Son­der­zah­lun­gen mit einem f e s t e n Steu­er­satz und wann mit dem Tarif zu ver­steu­ern sind.

Ich habe aber nicht “fes­ter” Steu­er­satz im Sach­ver­halt geschrie­ben, son­dern immer “begüns­tig­ter Steu­er­satz mit 6%”.

Sie haben völ­lig rich­tig erkannt, dass in dem Bei­spiel nicht nur der fes­te Steu­er­satz in Höhe von 6%, son­dern auch der fes­te Steu­er­satz von 27% anfällt — mein Feh­ler in der Aus­drucks­wei­se.

Daher: Es geht nicht dar­um, ob bereits der fes­te Steu­er­satz von 27% anfällt, son­dern es soll geklärt wer­den, ob ein f e s t e r Steu­er­satz (6% oder 27% oder …) anfällt oder die Son­der­zah­lung nach T a r i f zu ver­steu­ern ist.

Mit herz­li­chen Grü­ßen
Ernst PAT­KA

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Monika J. - 20. Mai 2019

na dann sage ich die Aus­sa­gen in Ant­wort A sind nach aktu­el­ler Rechts­la­ge grund­sätz­lich rich­tig (falls ich nicht wie­der etwas falsch ver­stan­den habe ;-)) ..

Begrün­dung: Unter der Annah­me, dass alle Vor­aus­set­zun­gen für die Aner­ken­nung der “For­mel 7” vor­lie­gen (schrift­li­che Ver­ein­ba­rung VOR ers­ter Aus­zah­lung eben­so über die genaue Moda­li­tä­ten der Akon­tie­rung — (nor­ma­ler Wei­se ist ja alles was bis zum 15.2. aus­be­zahlt wird, aber das Vor­jahr betrifft dem Vor­jahr zuzu­ord­nen …) etc.) ist die steu­er­op­ti­ma­le Ver­tei­lung aner­kannt

für die Berech­nung des Jahres­sechs­tels gilt (noch) das Zufluss­prin­zip — man rech­net die bis­her erhal­te­nen lfd Bezü­ge (inkl SB) auf das Kalen­derahr hoch und davon 1/6 = Jän­ner bis Juni jeweils 36.200, bei der Aus­zah­lung des WG im Novem­ber nur 24.745
eine Auf­rol­lung ist dafür (noch nicht!) vor­ge­se­hen —

Auch die soge­nann­te “Neu­be­rech­nung” im Zuge der Ver­an­la­gung hat dar­auf kei­ne Aus­wir­kung — die wirkt sich vor­al­lem bei meh­re­ren DV aus — wenn der FB oder die Frei­gren­ze mehr­fach berück­sich­tigt wur­de

LG Moni­ka J.

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