April 29, 2021

2 Kommentare

Vor kur­zem infor­mier­te ich in dem BLOG-Bei­trag („Sind Ihre Dienst­neh­mer in Kurz­ar­beit + 2 Spar­tipps“) über mei­ne bei­den beruf­li­chen Tod­fein­de:

  1. die Büro­kra­tie und
  2. die sinn­ent­leer­ten (Konzern)Regeln

Heu­te wid­me ich mei­nen BLOG-Bei­trag der Bürokratie.

Die 2 Fäl­le, die ich Ihnen schil­de­re, sind

a) wahr und
b) beängs­ti­gend, weil

sich in mir der Ver­dacht auf­drängt: ES GIBT SIE, gut getarnt, aber SIE EXIS­TIE­REN – die Vampire!!

Aller­dings mei­ne ich nicht die blut­saugen­den Vam­pi­re, son­dern eine Muta­ti­on (was für ein Wort in Coro­na­zei­ten!) davon, die ENER­GIE-Vam­pi­re.

Ener­gie­vam­pi­re sind Per­so­nen, bspw aber nicht nur in Behör­den, die Per­so­na­lis­ten die letz­te – noch nicht durch das Kurz­ar­beits-Abrech­nungs­cha­os ver­brauch­te – Ener­gie aus dem Kör­per raussaugen.

<  FALL 1 >

Ein geoute­ter Ener­gie­vam­pier in der Magis­trats­ab­tei­lung 40 der Stadt Wien 

Der Sach­ver­halt im Kompaktüberblick:

  1. 1
    Dienst­neh­me­rin wur­de – da K2-Kon­takt­per­son – tele­fo­nisch in Qua­ran­tä­ne geschickt; Qua­ran­tä­ne­be­ginn: 2. Novem­ber 2020 ⇨ Hier­für wur­de KEIN schrift­li­cher Bescheid ausgestellt.
  2. 2
    Die Dienst­neh­me­rin bat um einen Bescheid (zustän­dig: Magis­trats­ab­tei­lung [MA] 15) um zu wis­sen, wie lan­ge Sie in Qua­ran­tä­ne blei­ben muss ⇨ Fehl­an­zei­ge, es wur­de kein schrift­li­cher Bescheid erlassen
  3. 3
    Dienst­neh­me­rin zeigt Eigen­in­itia­ti­ve und tes­te­te sich ⇨ Test war nega­tiv ⇨ Erneut tele­fo­ni­scher Kon­takt am 12. Novem­ber 2020 mit 1450 ⇨ “Gehen’s halt am Mon­tag (= 16. Novem­ber 2020) wie­der arbei­ten. Bescheid über Ende der Qua­ran­tä­ne wird MA 15 schon noch schi­cken.“
  4. 4
    Dienst­neh­me­rin infor­miert Dienst­ge­ber, dass schrift­li­cher MA 15-Bescheid noch kom­men wird.
  5. 5
    Schrift­li­cher Bescheid des Bezirks­ge­sund­heits­amt 15 für den 6., 7., 15. und 16. Bezirk, datiert mit 4. März 2021 (!!!!) – somit 4 Mona­te spä­ter – wird der Dienst­neh­me­rin zuge­stellt und ent­hält die fol­gen­de Rechts­be­leh­rung:
  1. 6
    Die Dienst­neh­me­rin schickt dem Dienst­ge­ber unver­züg­lich den schrift­li­chen Bescheid.
  2. 7
    Dienst­ge­ber bean­tragt 2 Arbeits­ta­ge spä­ter die Ent­gelt­fort­zah­lungs-Refun­die­rung.
  3. 8
    Zustän­dig ist die MA 40 für die­se Anträ­ge. Die­se lehn­te mit Bescheid den Erstat­tungs­an­trag wegen v e r s p ä t e t e r Ein­rei­chung ab.

Ach­tung: Frau Mag. Moni­ka A. (MA 40-Bescheid­aus­stel­le­rin) hat sich geoutet, denn sie hat 

  1. 1
    den 4. März in Ihrem Bescheid sogar noch als Zeit­punkt der Aus­stel­lung des Qua­ran­tä­ne­be­schei­des erwähnt (= 4 Mona­te nach Ende der Qua­ran­tä­ne wur­de der Bescheid von der MA 15 aus­ge­stellt!!!!!) um dann anschlie­ßend den Erstat­tungs­an­trag wegen Ver­spä­tung abzu­leh­nen. Sie hat damit sinn­ge­mäß dem Dienst­ge­ber mit­ge­teilt, dass der Qua­ran­tä­ne­be­scheid sowie­so „wurscht“ ist (Fra­ge Pat­ka: War­um wur­de dann die­ser Bescheid eigent­lich erlas­sen???) UND 
  2. 2
    Außer­dem ant­wor­te­te Frau Mag. Moni­ka A. in einem Tele­fo­nat mit dem Per­so­nal­lei­ter des betrof­fe­nen Dienst­ge­bers arro­gant auf sei­nen Hin­weis, dass er 2 Arbeits­ta­ge nach Beschei­der­halt den Ver­gü­tungs­an­trag gestellt hat, dass Sie kei­ner­lei Ver­ständ­nis für den ver­zwei­fel­ten Dienst­ge­ber habe, statt des­sen sag­te Sie sinn­ge­mäß: „Was geht mich der ver­spä­te­te Bescheid an, was kann ich dafür, wenn die MA 15 auf­grund Arbeits­über­las­tung nicht in der Lage ist, zeit­ge­recht schrift­li­che Beschei­de zu erlas­sen?

Frau Mag. Moni­ka A. hat sich dadurch gegen­über Per­so­na­lis­ten als ENER­GIE­VAM­PIER ent­tarnt (Defi­ni­ti­on zu „Ener­gie­vam­pier“: sie­he BLOG-Anfang; Annah­me: Vam­pir ist ein geschlechts­neu­tra­ler Aus­druck; soll­te dies nicht zutref­fen: Ent­schul­di­gung für man­geln­des Gen­dern) enttarnt. 

Mei­ne Emp­feh­lung an die BLOG-Lese­rin­nen und BLOG-Leser:

Stel­len Sie den Ver­gü­tungs­an­spruch unmit­tel­bar nach Ende der Qua­ran­tä­ne, egal ob ein schrift­li­cher Bescheid vor­liegt oder nicht. 

Kommt 4 Mona­te spä­ter der Bescheid, legen Sie die­sen im Akt ab unter der Rubrik:  „SBA“: „Sinn­lo­se Behör­den Akti­vi­tä­ten“ 

So ent­kom­men Sie dem Ener­gie­vam­pier.

<  FALL 2 >

Endet der Frei­stel­lungs­an­spruch für geimpf­te Risikogruppen-Dienstnehmer?

Per­so­nen, die der Risi­ko­grup­pe ange­hö­ren, haben Anspruch auf bezahl­te Frei­stel­lung, wenn bestimm­te Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind.

§ 735 Abs 3 ASVG lau­tet (Her­vor­he­bun­gen durch Fett­schrift erfolg­te durch den Autor)

Legt eine betrof­fe­ne Per­son ihrem Dienst­ge­ber die­ses COVID-19-Risi­ko-Attest vor, so hat sie Anspruch auf Frei­stel­lung von der Arbeits­leis­tung und Fort­zah­lung des Ent­gelts, außer

  1. 1
    die betrof­fe­ne Per­son kann ihre Arbeits­leis­tung in der Woh­nung erbrin­gen (Home­of­fice) oder 
  2. 2
    die Bedin­gun­gen für die Erbrin­gung ihrer Arbeits­leis­tung in der Arbeits­stät­te kön­nen durch geeig­ne­te Maß­nah­men so gestal­tet wer­den, dass eine Anste­ckung mit COVID-19 mit größt­mög­li­cher Sicher­heit aus­ge­schlos­sen ist; dabei sind auch Maß­nah­men für den Arbeits­weg mit einzubeziehen.“

Die­se Rege­lung gilt bis Ende Mai 2021

In der Pra­xis stel­len sich die fol­gen­den Fra­gen

  1. 1
    Muss ein geimpf­ter Risi­ko­grup­pen-Dienst­neh­mer nach­dem die Erst-Imp­fung min­des­tens 22 Tage zurück­liegt, wie­der im Büro arbei­ten, dh die bezahl­te Dienst­frei­stel­lung ist dann been­det? 
  2. 2
    Wenn sich der Dienst­neh­mer

a) wei­gert sich imp­fen zu las­sen, obwohl der behan­deln­de Arzt zu einer Imp­fung rät, oder
b) er sich wei­gert, sei­nen Impf­ter­min bekannt zu geben oder
c) er sich wei­gert, trotz Imp­fung, die län­ger als 22 Tage zurück­liegt, wie­der im Büro zu arbei­ten,  

refun­diert dann die Öster­rei­chi­sche Gesund­heits­kas­se (ÖGK) ohne Pro­ble­me die vom Dienst­ge­ber geleis­te­te Ent­gelt­fort­zah­lung?

Man soll­te anneh­men, dass die ÖGK Inter­es­se an Ant­wor­ten zu die­sen Fra­gen hat, denn die Ent­gelt­fort­zah­lungs­re­fun­die­rung kos­tet eine Stan­ge Geld. 

Das Risi­ko­grup­pen-Dienst­neh­mer beson­ders geschützt wer­den sol­len und dies Geld kos­tet, ist gerecht­fer­tigt, solan­ge die Risi­ko­grup­pen-Per­son einen Schutz benötigt.

Doch wie ist die Situa­ti­on beim geimpf­ten Risi­ko­grup­pen-Dienst­neh­mer? Benö­tigt die Risiko­per­son trotz Imp­fung wei­ter­hin einen Schutz? Wenn ja, dann endet der Frei­stel­lungs­schutz logi­scher Wei­se nie?!

Inter­es­sant ist die tele­fo­ni­sche Beant­wor­tung obi­ger Fra­gen durch einen ÖGK-Mit­ar­bei­ter der Lan­des­stel­le Wien, der ver­mut­lich Ange­hö­ri­ge der Gat­tung Ener­gie­vam­pier ist und in „Deckung“ geblie­ben ist (dh: er nann­te sei­nen Namen nicht), die sinn­ge­mäß lautete:

Dar­über (dh zu den obi­gen Fra­gen; Anmer­kung des Autors) geben wir, die ÖGK, kei­ne Ant­wort. Das ist eine poli­ti­sche Ent­schei­dung. Das betrifft auch die Ent­schei­dung, ob wir für geimpf­te Risi­ko­grup­pen-Dienst­neh­mer wei­ter­hin dem Dienst­ge­ber die von ihm an den Dienst­neh­mer geleis­te­te Ent­gelt­fort­zah­lung erstat­ten wer­den.“

Da fragt sich der vom Ener­gie­vam­pier ener­gie­los gewor­de­ne, anfra­gen­de Per­so­na­list: „Geht’s noch? Zah­le ich jetzt auf mein Risi­ko wei­ter­hin das Ent­gelt an den Risi­ko­grup­pen-Dienst­neh­mer ohne zu wis­sen, ob dann gna­den­hal­ber die ÖGK die­se Zah­lun­gen erstat­ten wird?

Wir erin­nern uns noch alle an die poli­ti­sche Ent­schei­dung anläss­lich der Ein­füh­rung die­ser „Risi­ko­grup­pen-Frei­stel­lungs­be­stim­mung“. Zahl­rei­che Unter­neh­men ver­lie­ßen sich auf die poli­ti­sche Ansa­ge und erhiel­ten dann kei­ne Refun­die­rung, weil das Gesetz 1 Monat spä­ter in Kraft trat.

Mei­ne Emp­feh­lung an die BLOG-Lese­rin­nen und BLOG-Leser:

Solan­ge kei­ne defi­ni­ti­ve Aus­sa­ge des Arbeits­mi­nis­te­ri­ums oder der ÖGK zu die­sem The­ma vor­liegt, emp­feh­le ich eine „§ 43a ASVG-Anfra­ge“ an die zustän­di­ge Lan­des­stel­le der ÖGK zu stellen.

Die­se Anfra­ge könn­te in Kurz­form wie folgt lauten:

Wir gehen davon aus, dass Sie bis 31. Mai 2021 wei­ter­hin die Ent­gelt­fort­zah­lung an Dienst­neh­mer, die gemäß § 735 ASVG der Risi­ko­grup­pe ange­hö­ren, erstat­ten und zwar auch für jene „Risi­ko­grup­pen-Dienst­neh­mer”, die 

a) die Imp­fung ver­wei­gern, obwohl der behan­deln­de Arzt zu einer Imp­fung rät, oder
b) sich wei­gern, einen Impf­ter­min bekannt zu geben oder
c) sich wei­gern, trotz Imp­fung, die län­ger als 22 Tage zurück­liegt, wie­der im Büro zu arbei­ten,  

Unser Anlie­gen im Sin­ne der Rechts­si­cher­heit:

  1. 1
    Wir ver­zich­ten auf ein Ant­wort­schrei­ben, und gehen daher unter Inan­spruch­nah­me von Treu & Glau­ben – wenn wir kei­ne schrift­li­che Ant­wort von Ihnen erhal­ten – davon aus, dass Sie obi­ger Fest­stel­lung zustim­men, dh dass eine Erstat­tung in obi­gen Fäl­len statt­fin­den wird. 
  2. 2
    Soll­ten Sie hin­ge­gen ande­rer Ansicht sein, dann gehen wir davon aus, dass Sie uns dies inner­halb der im § 42 Abs 1 ASVG genann­ten Frist mit­tei­len wer­den, ansons­ten Punkt 1. gilt.

⇨ 2 Spartipps

1. Spar­tipp: nur bis 30. Juni

⇨ Um 20% ver­bil­lig­tes Jah­res-ABO der Per­so­nal­ver­rech­nung für die Praxis

Lexis­Nexis Öster­reich fei­ert 20-jäh­ri­ges Jubi­lä­um und die PVP fei­ert mit! Jetzt Zeit­schrift abon­nie­ren und 20% spa­ren. Alle Inhal­te seit 2003 sind jeder­zeit und über­all abruf­bar  digi­tal am PC, Tablet oder Smart­pho­ne!

Bestel­len Sie bis 30.6.2021 ein PVP-Abo und erhal­ten Sie 20% Rabatt auf den Abo­preis 2021. Akti­on gilt nur bei Neu­be­stel­lun­gen und kann nicht auf bestehen­de Abon­ne­ments ange­wen­det wer­den. Das Abon­ne­ment wird bis 31.12.2021 abge­schlos­sen und ver­län­gert sich jähr­lich zum dann gül­ti­gen Abo­preis, wenn nicht spä­tes­tens bis 30.11.2021 eine schrift­li­che Kün­di­gung bei Lexis­Nexis ein­langt. Irr­tü­mer und Ände­run­gen vorbehalten. 

Wei­te­re ABO-Vor­tei­le (Gra­tis-Webi­na­re!) fin­den Sie hier:
www.patka-knowhow.at/pvp-zeitschrift


2. Spar­tipp: nur bis 30. April

⇨ Vor­la­gen­por­tal-ABO zum alten ABO-Preis

Noch kein Vor­la­gen­por­tal-Abo? Spa­ren Sie bis zum 30.04.2021! Das Vor­la­gen­por­tal hat das Ange­bot für Abon­nen­ten stark erwei­tert. Es wer­den die ABO-Prei­se ab 01.05.2021 ange­ho­ben. Für alle Bestands­kun­den und für Neu­bu­chun­gen bis zum 30.April 2021 bleibt der bis­he­ri­ge Preis dau­er­haft bestehen. Pro­fi­tie­ren Sie jetzt!

Infos zum Vor­la­gen­por­tal-Abo: Erleich­tern Sie sich Ihren Arbeits­all­tag und blei­ben Sie ein­fach up-to-date mit nur einem Paket: über 1.300 Vor­la­gen (lau­fend erwei­tert und stets an die aktu­el­le Geset­zes­la­ge und Recht­spre­chung ange­passt), News­let­ter und Webinare.

Das erklär­te Ziel der bei­den Port­al­be­trei­ber ist es, dass das Vor­la­gen­por­tal jedem Kun­den deut­lich mehr an Kos­ten- und Zeit­er­spar­nis bringt als die Abo­kos­ten betragen!!!

Mehr Infos bzw Bestell­mög­lich­keit fin­den Sie hier:
≫ https://www.vorlagenportal.at/abo-info/

Kommentar verfassen:

Your email address will not be published. Required fields are marked

  1. Guten Mor­gen,

    betref­fend Fall 2 kann ich dies auch von der ÖGK so bestä­ti­gen. Ich habe die­sel­be Aus­kunft erhalten.
    Wei­ters bedan­ke ich mich für die herr­li­chen Aus­füh­run­gen. Sie erhei­tern das Büro­kra­tie­l­e­ben in der Lohn­ver­rech­nung unge­mein für mich.

    Vie­le Grüße
    Michae­la Gillesberger

    1. Hal­lo Frau Gillesberger,

      es freut mich sehr, dass ich den durch Büro­kra­tie­ex­zes­se grau­en Arbeits­all­tag für Sie für eini­ge Minu­ten auf­hel­len konnte.
      Auch wenn es nicht wirk­lich trös­tet: Ich bekam noch nie so vie­le zustim­men­de Reak­tio­nen auf einen BLOG-Bei­trag. Das kann (lei­der) nur bedeu­ten: Es gibt mehr Ener­gie­vam­pi­re als angenommen.

      Mit herz­li­chen Grüßen
      Ernst Patka

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Werden Sie Mitglied im Patka-Knowhow-Club!

Unser Newsletter informiert Sie über Neuigkeiten in Personalrecht und Personalverrechnung.

  • kostenlos
  • informativ
  • nützlich
  • immer up to date
- Ihr Bundesland -
  • - Ihr Bundesland -
  • Burgenland
  • Kärnten
  • Niederösterreich
  • Oberösterreich
  • Salzburg
  • Steiermark
  • Tirol
  • Vorarlberg
  • Wien

*Außer Ihrer Email-Adresse fragen wir Sie nach Ihrem Bundesland, um regionale Angebote und Informationen gezielt zu versenden und dadurch eine Informationsflut zu vermeiden. Abmeldung ist jederzeit möglich. Für die Speicherung und Verarbeitung dieser Daten und den Versand unserer Informationen verwenden wir „Klick-Tipp“. Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung