11. Dezember 2017

2 neue VfGH-Ent­schei­dun­gen, die Sie ken­nen soll­ten!

1. Sach­be­zug Pkw –Vor­führ­wä­gen von Kfz-Händ­lern

Was bis­her geschah

2016 hat das BFG beim VfGH einen Antrag gestellt, zu prü­fen, ob bis­he­ri­ge Rege­lung zur Berech­nung des Sach­be­zugs­wer­tes für die Pri­vat­nut­zung von Vor­führ­wä­gen von Kfz-Händ­lern ver­fas­sungs­wid­rig ist (weil sie unsach­lich ungleich behan­delt) und fest­zu­stel­len, dass hin­künf­tig auch für Arbeit­neh­mer von Kfz-Händ­lern der Sach­be­zug Pkw nach den all­ge­mei­nen Sach­be­zugs­re­geln zu berech­nen wäre.

Bis­her war der Sach­be­zug für die Pri­vat­nut­zung von Vor­führ­wä­gen von Kfz-Händ­lern so zu berech­nen:

  • check-square-o
    tat­säch­li­che Anschaf­fungs­kos­ten + 20 % x 1,5 % für schad­stoff­ar­me Pkws bzw
  • check-square-o
    tat­säch­li­che Anschaf­fungs­kos­ten + 20 % x 2 % für „Umwelt­schwein­chen“

So ent­schied der VfGH

VfGH 12.10.2017, V 46–47/2016

Die beson­de­re Rege­lung bleibt auf­recht! Die Berech­nung des Sach­be­zu­ges bleibt unver­än­dert wie bis­her (Anschaf­fungs­kos­ten plus 20 % als Basis), weil Kfz-Händ­lern für die Anschaf­fung von Vor­führ­kraft­fahr­zeu­gen vom Her­stel­ler bzw Gene­ral­im­por­teur regel­mä­ßig beson­de­re Kon­di­tio­nen ein­ge­räumt wer­den. Wür­de nun der Sach­be­zug nach der Sach­be­zugs­wer­te­ver­ord­nung berech­net wer­den (Anschaf­fungs­kos­ten x 1,5 % bzw x 2%) wäre der Sach­be­zug für Arbeit­neh­mer von Kfz-Händ­lern nied­ri­ger als bei ande­ren Arbeit­neh­mern. Das wür­de zu einer unsach­li­chen Ungleich­be­hand­lung füh­ren. Die beson­de­re Regel zur Berech­nung des Sach­be­zug Pkws von Vor­führ­kraft­wä­gen von Kfz-Händ­lern ist damit ver­fas­sungs­kon­form.


Fazit

Alles bleibt beim Alten!

2. Frei­wil­li­ge Abfer­ti­gung – steu­er­li­che Decke­lung mit der Höchst­bei­trags­grund­la­ge zuläs­sig?

Was bis­her geschah

Abga­ben­än­de­rungs­ge­setz 2014: Mit dem Abga­ben­än­de­rungs­ge­setz 2014 wur­de sowohl die „Vier­tel­re­ge­lung“ als auch die „Zwölf­tel­re­ge­lung“ für die frei­wil­li­ge Abfer­ti­gung nach altem Recht – auf ein Viel­fa­ches der monat­li­chen Höchst­bei­trags­grund­la­ge gede­ckelt. 

2019 ist die Vier­tel­re­ge­lung daher mit € 46.980,00 gede­ckelt.

Die Decke­lung für die Zwölf­tel­re­ge­lung:

Der VfGH soll­te nun ent­schei­den, ob die Decke­lung der steu­er­li­chen Begüns­ti­gung ver­fas­sungs­wid­rig ist, weil die frei­wil­li­ge Abfer­ti­gung damit schlech­ter gestellt wird als die gesetz­li­che Abfer­ti­gung und das wür­de dem Ver­sor­gungs­cha­rak­ter einer Abfer­ti­gung (nach dem Ende des Dienst­ver­hält­nis­ses) wider­spre­chen.

So ent­schied der VfGH

VfGH 9.10.2017, E 2536/2016

Die Decke­lung der frei­wil­li­gen Abfer­ti­gung mit einem Viel­fa­chen der Höchst­bei­trags­grund­la­ge ist ver­fas­sungs­ge­mäß, weil durch das Anknüp­fen an ein Viel­fa­ches der Höchst­bei­trags­grund­la­ge der Ver­sor­gungs- bzw Über­brü­ckungs­cha­rak­ter einer frei­wil­li­gen Abfer­ti­gung unbe­rührt bleibt und die frei­wil­li­ge Abfer­ti­gung durch die Decke­lung einer Pro­gres­si­on unter­wor­fen wur­de.


Fazit

Die Decke­lung der steu­er­li­chen Begüns­ti­gung der frei­wil­li­gen Abfer­ti­gung alt ist rech­tens alles bleibt wie es ist.

Die Autorin: Mag. Tina Dangl

Juris­tin, Per­so­nal­ver­rech­ne­rin, Redak­teu­rin der PVP und Kanz­lei­lei­te­rin


Sie ist spe­zia­li­siert auf unter­halt­sa­me und infor­ma­ti­ve Vor­trä­ge im Arbeits-, Sozi­al­ver­si­che­rungs- und Lohn­steu­er­recht

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